Supervision im ursprünglichen Sinn bedeutet für mich, von einer hohen Warte aus zu schauen auf die Ereignisse des eigenen (beruflichen) Lebens ohne den Handlungsdruck der akuten Situation, ohne Wertung und Urteil, ohne die Identifikation mit dem Selbstbild, eben das Anschauen des eigenen Verhaltens und seines Kontextes vom Gipfel des Einverstandenseins, des Vertrauens, der Einsicht und der Weisheit aus. Dieses Verständnis von Supervision bezieht sich immer auf den ganzen Menschen mit allen Ebenen seines Daseins, der physischen, der emotionalen, der mentalen und der spirituellen Ebene.

Blick vom Kärlinger-Haus auf den Funtensee (Foto: Elias Ortmann)

Die Schwierigkeiten und Probleme im Umgang mit den Klienten – das sind die, die uns ihr Vertrauen schenken – rufen in uns etwas wach, was nicht verarbeitet und erlöst ist und geben uns so Gelegenheit, hinzuschauen zu den eigenen Mustern und zu unserer Schattenseite. So erweisen wir unserer professionellen Kompetenz und damit auch unseren Klienten den größten Dienst, wenn wir bei jedem auftretenden Problem immer wieder uns selbst in den Blick nehmen und unsere Hausaufgaben erledigen, das heißt, uns der Arbeit der eigenen inneren Entwicklung stellen.

Therapie