Über die Lebensenergie

Energie ist der von Sokrates eingeführte Begriff, der die Kraft bezeichnet, die einem Werk innewohnt und es zustandebringt. Lebensenergie bezeichnet somit die Kraft, die allen Lebewesen während ihrer Lebenszeit innewohnt. Sie umfaßt ein breites Spektrum von Schwingungen unterschiedlicher Frequenz, vergleichbar dem Zusammenklang verschiedener Töne in einer Symphonie. Wie sich jede Musik in einem steten Fluß befindet, so fließt auch die Lebensenergie auf verschiedenen Ebenen unaufhörlich durch alle Zellen und Organe eines lebenden Organismus – vergleichbar auch mit fließendem Wasser. Solange sie frei fließen kann, sprüht ein Lebewesen vor Vitalität und Gesundheit. Jede Störung im Fluß der Lebensenergie schwächt Vitalität und Gesundheit und begünstigt eine Erkrankung.

Im biophysikalischen Sinn können bei der Lebensenergie nach Frequenz und Dichte verschiedene Ebenen unterschieden werden:

Die physische Ebene – mit der niedrigsten Frequenz und der höchsten Dichte. Ihr gehört der menschliche Körper bzw. Leib an.

Die affektiv-emotionale Ebene – mit höheren Frequenzen und geringerer Dichte. Ihr gehören Herz und Gemüt des Menschen an.

Die Ebene der Gedanken, Vorstellungen und inneren Bilder – mit noch höheren Frequenzen und noch geringerer Dichte. Hier sind Vernunft und Verstand angesiedelt.

Die höchsten Frequenzen und die geringste Dichte befinden sich auf der spirituellen Ebene – reine Aufmerksamkeit: ohne Denken, ohne Urteil, ohne Subjekt-Objekt-Unterscheidung (in den alten Kulturen oft »Großer Geist« genannt).

Diese Ebenen sind der Höhe ihrer Frequenz und ihrer Bewußtheit entsprechend hierarchisch geordnet. Ihre Rangfolge entspricht dem Verlauf des schöpferischen Prozesses von der Quelle (Himmel oder Leere) über Gedanken und Gefühle bis zur physischen Manifestation im Körper (Erde). Die in der Hierarchie höher angesiedelte Ebene kann die niedrigeren Ebenen mit Bewußtheit durchdringen. Wenn ich z.B. auf der affektiv-emotionalen Ebene Trauer fühle, kann ich die Auswirkungen auch auf der physischen Ebene im Körper als Empfindungen spüren. Wenn ich aber das Gefühl der Trauer nicht spüre, sondern nur die entsprechenden Körperempfindungen, weiß ich noch nicht, welches Gefühl sich in diesen Empfindungen ausdrückt.

Störungen im Fluß der Lebensenergie machen sich auf den verschiedenen Ebenen unterschiedlich bemerkbar:

auf der gedanklichen Ebene vor allem durch die Abkoppelung des Denkens von Fühlen und Spüren und im zwanghaften Kreisen der Gedanken. Äußerlich führt die gedankliche Aktivität zu nichts, das Denken bleibt unfruchtbar, ohne Einsicht in die Wirklichkeit und ohne Erkenntnisgewinn. Innerlich wird durch die Denkaktivität jedoch der Kontakt zum Fühlen und Spüren immer wieder unterbrochen.

Auf der affektiv-emotionalen Ebene durch eine große Palette von Gefühlen, die auf verschiedene Weise ein grundlegendes Unwohlsein zum Ausdruck bringen.

Auf der physischen Ebene manifestiert sich die Störung oft zunächst als chronische Verspannung oder funktionelle Störung und schließlich als organische Krankheit.

Jede Störung im Fluß der Lebensenergie spiegelt die Gesamtsituation eines Individuums wider. Schon Aristoteles hat bei der Frage nach den Ursachen eines Ereignisses 4 Formen der Kausalität unterschieden. Bei einer Störung sich nur auf eine Ebene und eine Ur-sache-Wirkungs-Linie (z.B. Viren als angebliche Krankheitsursache) zu beschränken, ist ebenso naiv wie unwissenschaftlich.

Betrachten wir nun als Beispiel das aktuelle Zeitgeschehen rund um das Corona-Virus.

Die Anfälligkeit der Lunge für Erkrankungen verschiedenster Art spiegelt auf der physischen Ebene zunächst einmal eine bei vielen Menschen vorhandene Störung im Fluß der Lebensenergie wider, einen energetischen Stau in diesem Organ und Körperbereich. Eine Ebene höher, also auf der affektiv-emotionalen Ebene, können und dürfen die in diesem Bereich beheimateten Gefühle von Trauer, schmerzlicher Sehnsucht und liebevoller Anhänglichkeit nicht frei fließen. Auf der affektiv-emotionalen Ebene reflektieren diese Gefühle zum einen den persönlichen Umgang jedes Menschen mit seiner inneren Natur (vor allem mit Körper und Gemüt) und zum anderen unseren kollektiven Umgang als Menschheit mit der äußeren Natur (globale Naturzerstörung). Und das ist wirklich für alle Menschen mit offenem Herzen zum Heulen, ob sie es nun wahrhaben wollen oder nicht. Könnten diese Gefühle frei fließen, würde das auf der nächst höheren Ebene des Denkens und der Vorstellung nicht nur ein vorübergehendes Umdenken erfordern, sondern eine grundsätzliche Abkehr von bisher etablierten Denk- und Glaubensmustern zur Folge haben (materialistisches Welt- und Menschen-Bild; wirtschaftliches Wachstum als Selbstzweck). Die Abkehr von individuellen und persönlichen wie auch von kollektiv etablierten Mustern setzt jedoch – sowohl beim Einzelnen wie beim Kollektiv – große Ängste frei. Angstvermeidung ist bei uns Menschen wohl der wichtigste Grund für Störungen im Fluß der Lebensenergie. Und wie bei jedem Vermeidungsverhalten führt das paradoxerweise zu noch größerer Angst, zur Angstvermehrung.

Sprießende Kraft (Foto: Skeeze – Pixabay)

Zu guter Letzt das Gute daran:

Quantensprünge in der Bewußtseinsentwicklung scheinen in der Evolution immer nur dann stattgefunden zu haben, wenn es keine anderen Auswege mehr gab.

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